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28.11.2000 - Rubrik: spezial 
PlayStation 2: RGB oder nicht RGB
  

Die Aufregung ist vorüber, der erwartete Ansturm blieb aus. Zur Zeit befinden sich nun alle PlayStation 2 Besitzer in der Entdeckungsphase. Was kann sie nun genau in Sachen DVD, die neue "Wunderkonsole"?

Wir haben uns die DVD-Fähigkeiten genauer angeschaut.

Teil 1 - RGB oder nicht RGB 
(oder: die falschen Farben bei DVD-Wiedergabe)
 
Zunächst wenden wir uns dem viel besprochenen RGB-Ausgang zu. Die PS2, wie wir Sonys Konsole ab jetzt nennen werden, verfügt über keinen direkten Videoausgang auf der Rückseite. Vielmehr befindet sich hier ein sogenannter AV-Out, an den ein Adapterkabel angeschlossen wird. Standardmäßig liegt der Konsole ein Composite-Adapter bei. Dieser liefert auf einem Cinch-Kabel das Videosignal und auf zwei weiteren Cinch-Steckern ein Stereo-Tonsignal.
 
Qualitativ stellt ein Composite-Signal das schlechteste Videosignal zur Verfügung, das man sich nur vorstellen kann. Unscharfe Konturen und Farbsäume, sogenannte Cross-Color Effekte, sind die Folge.
  
Fans von Konsolen haben daher schon immer zu sogenannten RGB-Kabeln gegriffen, die alle drei Farbsignale eines Fernsehers (Rot, Grün und Blau) separat übertragen. Da Fernseher intern mit genau dieser Technik arbeiten, läßt sich dieses Signal ohne weitere Aufbereitung direkt darstellen. So lassen Fernseher auf diese Art und Weise auch oft NTSC Signale in Farbe zu, lediglich die Frequenz wird von europäischen 50 Bildern pro Sekunde auf 60 Bilder hochgesetzt. 
 
Spiele der PS2 nutzen diesen Ausgang ohne Beschränkung, so daß man hier qualitativ das Beste geboten bekommt.


 



DVDs benutzen zur Datenspeicherung eine Datenreduktion namens MPEG-2. Dieses Verfahren arbeitet jedoch nicht mit separierten Farbsignalen, sondern mit der Komponententechnik. Hierbei wird auf einem Kabel die Helligkeit eines jeden Bildpunktes übertragen, auf zwei weiteren die Farbinformation für Rot und Blau minus der Helligkeit. Gängige Bezeichnungen für dieses Verfahren sind daher YUV oder auch Y CbCr, die Playstation spricht im Menü dabei von "Y Cb/Pb Cr/Pr". Der Grünwert jedes Bildpunktes läßt sich daher aus der Helligkeit und den beiden anderen Farben errechnen. Vorteil dieser Methode ist die separate Übertragung der Helligkeit. Das menschliche Auge kann viel besser Hell/Dunkel unterscheiden, als Farbsignale. Daher wird dieses Verfahren auch bei der professionellen Videobearbeitung benutzt. Teure Videobeamer unterstützen ebenfalls die Komponententechnik - Besitzer dieser Geräte dürften hier sehr erfreut sein.

Qualitativ darf man YUV und RGB ruhig gleichsetzen, wenn auch RGB rein technisch betrachtet noch ein bißchen besser aussieht.

Knackpunkt an Sonys Konsole ist, daß bei der Wiedergabe auf dem RGB-Asgang kein RGB anliegt, sondern ein Komponentensignal, also YUV. Europäische Fernseher mit SCART-Buchse erwarten jedoch auf den RGB-Pins auch ein RGB-Signal. Folge dieser Verwechslung ist eine völlig falsche Farbwiedergabe.

Warum nun gibt Sonys Konsole kein RGB-Signal aus? In den USA und in Japan sind unsere europäischen SCART-Stecker und RGB weitestgehend unbekannt, hier wird entweder ein Composite-Signal über Cinch übertragen, oder das Gerät direkt via einem Komponentensignal angeschlossen.

Sony hat es anscheinend versäumt, eine entsprechende Umsetzung mit in die Konsole einzubauen, so daß europäische Benutzer nur eingeschränkt von der ansonsten hervorragenden Bildqualität profitieren können.

Der AV-Ausgang bietet nämlich noch ein sogenanntes S-Video Signal, das Helligkeit (Luminanz) und Farbe (Chrominanz) getrennt überträgt. Qualitativ ist man hier schon sehr nahe an RGB, leider unterstützen nicht alle Fernsehgeräte den Anschluß dieser Spezialkabel, die oftmals einen sogenannten Hosiden Stecker aufweisen.

Eine kleine Techniktücke führt übrigens dazu, daß im Internet von "Es geht!" bis "Falsche Farben!" alles zu lesen ist. Ein SCART-Stecker kann nämlich rein technisch Composite, S-Video und RGB zusammen übertragen, zeitgleich allerdings nur RGB und Composite bzw. RGB und S-Video (Y/C). Technisch versierte Naturen können sich unter:
 
 "http://www.video-demystified.com/mm/tutor/scart/scart.htm
 
einmal die Schaltmöglichkeiten bei SCART-Kabeln zu Gemüte führen. Doch zurück zum eigentlichen Problem. Es liegt am Fernseher, hier herauszufinden, welche Signale anliegen und das bestmögliche zu benutzen. Dies führt dann auch in der Praxis dazu, daß bei einige Benutzern trotz SCART-Stecker das Farbsignal stimmt - hier wertet der entsprechende Fernseher ausschließlich Composite oder S-Video, nicht jedoch die RGB Pins (an denen ja, wie wir nun wissen, YUV anliegt) aus.
 
Sollte der Fernseher nicht schaltbar sein, bleibt wohl oder übel nur der Griff zu einem S-Video-Kabel, oder, im übelsten Fall, der Griff zum beiliegenden Composite-Stecker.

Abschließend darf man sagen, daß sich Sony hier sicherlich nicht mit Ruhm bekleckert und selber eine Menge Verwirrung stiftet. Bei einem Gerät in dieser Preisklasse darf man eigentlich erwarten, daß auch RGB möglich ist.