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21.08.2001 - Rubrik: spezial 
Interview: Stephan Holl - RapidEyeMovies
  

Bisher waren REM oder auch RapidEyeMovies hauptsächlich eingefleischten Kinogehern mit der Vorliebe für asiatischen Filmen ein Begriff. Doch seit geraumer Zeit sprudeln aus der zuverlässigen Quelle für asiatische Popkultur auch Produkte für den Heimgebrauch. Gemäß der Devise, dass Programmkinos eine feine Sache sind, man jedoch auch zuhause gerne hinschauen möchte, veröffentlicht REM seine Produkte auch auf VHS und DVD. Und dass REM kein Hinterhofverleih mit 08/15 Unterhaltung ist, wissen spätestens seit der Verleihung des Verleiherpreis 2001 des Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien.

Digital-Movie.de sprach mit Geschäftsführer Stephan Holl über REM, das Verleihgeschäft im Kino und der Auswertung auf DVD. Den aktuellen DVD-Titel "Dead Or Alive" findet Ihr in unserer Review-Sektion!

DM: Herr Holl, wie schwer war es, sich als REM mit asiatischen Filmen auf dem deutschen Kinomarkt zu etablieren?

Holl: Es ist immer noch schwierig, man hat gegen eine ganze Reihe an Vorurteilen anzukämpfen. "Asiatische Filme, ach ja schlecht synchronisierte Kung Fu Filme oder aber ...Akira Kurosawa..." Die Vorstellung über asiatisches Kino ist hier immer noch 20 Jahre zurück. Erst in jüngster Zeit, unter anderem auch durch unsere Arbeit, denkt man bei asiatischen Filmen an Filme von Regisseuren wie Takashi Miike, oder Wong Kar Wai, oder Takeshi Kitano. Also es tut sich was. Man kann sagen es ist Licht am Ende des Tunnels.

DM: Wer kauft die Filme ein? Wer entscheidet, was gezeigt werden soll?

Holl: Diese Entscheidung treffen in der Regel Antoinette (Antoinette Köster, Produktionsleitung bei REM, Anm. d. Red.) und ich. Wir lassen uns immer sehr stark vom eigenen Gespür leiten. Mit den Jahren kommt auch eine gewisse Erfahrung hinzu, weil die Entscheidung, was gezeigt wird, hat natürlich auch immer einen wirtschaftlichen Aspekt. Was unser Programm sicher auszeichnet ist ein Hang zu Filmen die auf ihre besondere Weise Grenzverschiebend/Border Pushing sind. Ganz besonders veranschaulicht dies "Audition", auf den wir sehr stolz sind. Diese Form von Kino reizt uns besonders. Filme, die nett und unterhaltsam sind, gibt es genug. Außerdem findet man im aktuellen asiatischen Kino unglaublich Reife Visuelle Erzählweisen, die im europäischen oder amerikanischen Kino nur Gelegentlich durchschimmern. In Kürze: Uns interessiert junges, innovatives, grenzgängerisches Kino... CUTTING EDGE!

DM: Wie sind die Lizenzgeber in Japan und Asien? Eher freundlich wie man sie kennt, oder doch knallharte Geschäftsleute?

Holl: Nach nunmehr fünf Jahren haben wir einen guten Ruf bei den großen Firmen in Asien, aber auch bei kleinen Independent Produzenten. Die Arbeitsweise ist kollegial manchmal freundschaftlich. Das war nicht immer so. Vor ein paar Jahren z.B. waren Filmfirmen in Hong Kong an Gesachäften mit Übersee nicht interessiert. Erst nach der großen Wirtschaftskrise in Südotsasien (1997-98) haben auch die asiatischen Produzenten angefangen nach neuen Wegen zu suchen.

DM: Wie regelmäßig erscheinen Filme von Euch?

Holl: Wir starten pro Jahr zwischen 6-8 Filme im Kino. Auf DVD werden es sicher ein paar mehr pro Jahr werden. Wer sich regelmäßig informieren möchte, findet uns und alle Termine und Fakten auch im Internet: www.rapideyemovies.de.

DM: Werden alle Titel auch auf DVD ausgewertet?

Holl: Ja.

DM: Worauf legt Ihr bei einer DVD Wert? Ist das Menü wichtig für Euch?

Holl: Alle möglichen Extras und Infos. Dies ist jedoch oft schwierig, da die Filme oft nicht für den internationalen Markt gedacht wurden und "Making Ofs" oder Interviews sind absolut rar. Wir gehen gerade dazu über, jeden Filmemacher oder Produzenten, den wir kriegen können, selber vor die Kamera zu bringen um diese Lücke zu füllen. Das Menü und der ganze Look der DVD ist uns, wie bei all unseren Materialien, besonders wichtig. Dies wird bei den Releases ab September diesen Jahres auch zu spüren sein.

DM: Welche Titel sind für eine Veröffentlichung auf DVD geplant?

Holl: "Audition" für den 27. September, "Wild Zero" und "Visitor Q" (auch von Takashi Miike) im Oktober, "Pornostar" ist ebenfalls geplant. Nach und nach werden wir dann auch unseren Libary Titel auswerten.

DM: Hand aufs Herz - wie steht Ihr zu der Gewalt in den Filmen? "Audition" ist ja recht extrem...

Holl: Wenn Gewalt kein reiner Selbstzweck ist, sondern Bestandteil eines intelligenten Filmes, stehen wir 100% dazu. Außerdem: ist es nicht besser wenn die im Film dargestellte Gewalt wirklich weh tut? So wie bei "Audition", wo es kein Entrinnen gibt, da auch, und vor allem, die Tonspur Ihr übriges tut? Das Hollywood Kino, wo ganze Hundertschaften immer schön bunt und poppig Ihr Leben lassen und einem nebenbei noch eine zweifelhafte "Law & Order" Moral verkauft wird, finde ich bei genauerem nachdenken bedenklicher!

DM: Herr Holl, wir bedanken uns für das Gespräch.