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20.11.2003 - Rubrik: spezial 
Der Neue ist da: Beamer Sanyo PLV-Z2
  

Fortschritt durch Rückschritt...

Keine Angst, Sanyo hat nicht etwa eine Handkurbel erfunden, um auch im Freien jederzeit großes Kino erleben zu können. Vielmehr hat es Sanyo geschafft, durch den konsequenten Einsatz von ausgeklügelter Optik, ein Gerät zu entwickeln, dass seinen Meister sucht, jedoch momentan nicht findet. Wo andere Hersteller auf unnötige Spielereien wie digitalen Zoom oder digitale Bildmanipulationen setzen, verbaut Sanyo im brandneuen Z2 eine Optik, die sich sehen lassen kann. Warum etwas neues erfinden, wenn man mit ein wenig Glas so viel erreichen kann? Milliarden von Brillenträgern können sich schließlich nicht irren. Was Sanyo mit diesem Gerät auf den Markt gebracht hat, ist der klatschende Fehdehandschuh im Gesicht der Mitbewerber. Kein anderer Projektor kann momentan mit vergleichbaren Features zu dem verdammt hart kalkulierten Preis von Euro 2.300 (Liste) aufwarten. Im folgenden Test möchten wir Euch den Heimkinoprojektor vorstellen, der mit Sicherheit die Nachfolge des erfolgreichen Z1 antreten dürfte. Über HDTV und die Möglichkeiten im Heimkino wollen wir ebenfalls berichten. Dazu haben wir Chef-Grobi Patrick Schappert von Grobi in Kaarst, den Großbildspezialisten, für Euch besucht.

Beim Z2 packt Sanyo so ziemlich alles beim Schopfe, was man bei den Vorgängern PLV-30, PLV-60 und PLV-Z1 bemängeln konnte. Doch dazu gleich mehr. Im Karton befinden sich neben dem Gerät nur Anleitung, ein Klingeldraht (mit zwei Cinch-Steckern dran, so dass es sich wohl um ein Composite-Videokabel handeln soll), ein Netzstecker und eine Fernbedienung samt (löblich, löblich) Batterien. Wer nun etwas vergrätzt reagiert und eine schicke Tragetasche oder weitere Kabel erwartet hat, der darf sich ruhig den aktuellen Straßenpreis und den Einsatzzweck vor Augen halten. Für rund Euro 2.000,- darf man halt keine Wunder, sprich teure Zusatzkabel erwarten. Dazu kommt, dass man einen Videoprojektor wohl kaum ständig hin und her trägt, sondern eher amtlich montiert. Wer das Gerät dennoch bewegen möchte, kann sich mit dem Karton behelfen oder sich zu Weihnachten eine selbstgestrickte Beamer-Tasche schenken lassen (Vorsicht, Fusselgefahr) - selbst ist der Mann oder eben die Heimkino-Frau.

Nach dem Einlegen der Batterien erstrahlen die wichtigsten Knöpfe der Fernbedienung auf Wunsch - genau wie beim direkten Vorgänger PLV-Z1 gibt es also eine Tastaturbeleuchtung, die die Bedienung im verdunkelten Heimkino extrem vereinfacht. Besonderes Lob verdient der seitlich angebrachte Lichtschalter, den man auch im Dunkeln dank seiner speziellen Haptik jederzeit findet. Die Tasten sind sinnvoll angeordnet, der Umschaltknopf für die Bildmodi zeugt vom Komfortbewusstsein des Herstellers. Die Bedienung geht schnell von der Hand und dank des großen Radius des Infrarotempfängers ist es nicht besonders schwer, die Kommandos auch ankommen zu lassen. Selbst ein durch die Leinwand reflektiertes Infrarotsignal kam problemlos beim Beamer hinter uns an. Respekt! Das Grundsetup ist schnell vorgenommen und somit wird es Zeit, den Vorhang zu lüften und den Beamer seine Fähigkeiten auf der Leinwand demonstrieren zu lassen.

Während der Aufwärmphase zeigt das Gerät einen Zähler, der kontinuierlich bis 0 zählt und erst dann das Videosignal freigibt. Das ist auch gut so, denn sonst dürfte sich so mancher Z2-Neuling ernsthaft fragen, ob mit dem Gerät auch wirklich alles in Ordnung ist. Mit weniger als 25dB Lüftergeräusch gehört der Z2 nicht etwa zu den Flüstertüten, sondern ist ein wahrer Leisetreter. Das Gerät ist dabei so leise, dass bei der HDTV-Demonstration im Hause Grobi die Laufwerksgeräusche des DVHS-Players deutlich zu hören waren - der Z2 selbst wahr nur in unmittelbarer Gerätenähe überhaupt zu hören und wesentlich präsenter durch den warmen Luftstrom zu spüren. Möglich macht diesen Betrieb der so genannte Eco-Modus, der nicht nur für angenehme Stille, sondern auch für einen höheren Kontrast und eine Lampenlebensdauer von bis zu 3.000 Stunden sorgt. Das freut den Geldbeutel, stellen doch die teueren Lampen (rund 300 Euro kostet ein "Birnchen" für den Z2) doch ein echtes Manko für alle Projektoren dar. Das Hintergrundbild während des Einschaltens kann übrigens selbst gewählt und aus einem laufenden Film "geknipst" werden. Somit begrüßt einen das Gerät ab diesem Zeitpunkt dann mit der individuellen Lieblingsszene.

Um den Kontrast noch weiter zu erhöhen, verfügt der Z2 über eine so genannte Irisblende, die das Bild zusätzlich abdunkelt. Dabei gewinnt das Bild noch einmal sichtbar an Kontrast und das Schwarz wird zu einem richtig satten Schwarz. Mit dem angegebenen Kontrast von 1.300:1 lehrt der Z2 auch gestandene DLP-Projektoren das Fürchten. Nur wirkliche High-End Modelle jenseits der Euro 5.000 Skala übertreffen ihn hier.

Optisch übertrifft der Z2 seinen älteren Bruder um Längen. Wie schon bekannt, lässt sich die Frontblende herunterklappen und gibt erst danach den Blick auf das Objektiv frei. Somit ist das Gerät während der Ruhepausen optimal vor Staub geschützt. Für einen weiteren Staubschutz sorgt übrigens auch der neue Mikrofilter, der bei diesem Gerät wesentlich vergrößert wurde und sich demnach nicht so schnell zusetzen dürfte. Falls dies doch einmal passieren sollte, gibt es im autorisierten Fachhandel entsprechende Ersatzteile. Doch zurück zum Objektiv. Dieses ist sichtbar größer als beim Vorgänger und hinterlässt auch im direkten Vergleich mit anderen Geräten einen markanten Eindruck. Die Größe ist durch den extremen Weitwinkel begründet, mit dem der Z2 seine Bilder auf die heimische Leinwand wirft. Bereits ein Abstand von nur guten zwei Metern reicht aus, um auf der Leinwand ein Bild mit mehr als zwei Metern Diagonale zu erzeugen. Vorbei sind also die Zeiten, in denen man für den Beamer sogar anbauen musste. Für die Feinjustage gibt es natürlich eine variable Brennweite, mit der man zusätzlich den Bildausschnitt korrigieren kann. Dieser Vorteil kann sich allerdings auch nachteilig auswirken. Konkret bekommt man dann Probleme, wenn der alte Beamer gegen den Z2 getauscht wird, da die Optik in der Regel dann zu stark aufzieht und man somit die komplette Aufhängung entsprechend nach vorne verlegen muss. Aber: eine Deckenhalterung ist noch nicht einmal nötig. Der Lensshift und der Weitwinkel bieten es eigentlich an, den Projektor einfach auf einen kleinen Ständer zu stellen, der nach Gebrauch wieder platzsparend verstaut werden kann.

Auf der Rückseite bietet der Z2 zunächst nur Hightech-Schonkost. Zumindest optisch - lediglich ein DVI Eingang, ein Composite und ein S-Video Eingang sind vorhanden. Natürlich ist diese Auswahl schon vom Feinsten, wo jedoch schließt man den heimischen PC an? Nun, entweder liefert die Grafikkarte bereits ein digitales Signal über DVI oder man bemüht ein entsprechendes Adapterkabel, das über den DVI Eingang ein analoges VGA-Signal zuführt. Über ein ähnliches Kabel (Scart auf DVI) versteht der Beamer übrigens auch reinrassiges RGB, was einfach als Meisterleistung bezeichnet werden muss. Ohne einen externen Linedoubler oder sonstige Wandler kann man den Projektor so mit eigentlich jeder Bildquelle betreiben. Diese Eingang bot erstmals der Z1, allerdings erst nach seinem ersten "Facelift" - die allererste Version, die vor rund einem Jahr auf den Markt kam, hatte diesen Vorteil leider nicht. Besonders spannend ist natürlich der DVI Eingang, der schon erahnen lässt, zu welchen Höhenflügen das Gerät fähig ist. Über diesen Eingang akzeptiert der PLV-Z2 nämlich auch reinrassige, progressive DVD-Signale, wie sie die aktuellen Player der führenden Hersteller auch erzeugen. Damit wandern die Bilddaten digital vom Player zum Beamer und das eben sogar auch progressiv. Aus bekannten Gründen bestehen die Studios allerdings für die digitale Ausgabe auf einem digitalen Kopierschutz, der sich bei der DVI Schnittstelle HDCP nennt und oftmals dazu führt, dass das Digitalsignal plötzlich doch nicht wiedergegeben werden kann. Beide Geräte, Player und Darstellungsgerät, müssen DHCP unterstützen, ansonsten bleibt das Display einfach schwarz. Im Test mit dem Boliden von Marantz, dem DV8400, klappte die Verbindung auf Anhieb perfekt. Und was der Z2 dann auf die Leinwand zaubert, ist fast zu schön um wahr zu sein. Das farbenfrohe und ultrafein gerasterte LCD macht eine klare Ansage und beweist, dass die LCD-Technik noch lange nicht ausgedient hat. Die 1.280 technischen Pixel pro Zeile sorgen für ein gestochen scharfes Bild, selbst wenn die Bildquelle nicht in einer der neuen HD-Auflösungen (also z.B. DVD PAL) zuspielt. Besonders angetan waren unsere Tester vor allen Dingen von der enormen Bildstabilität, mit der der Beamer das Signal wiedergibt. Ergebnis der, zugegeben nicht ganz billigen, DVI Verkabelung: kein Rauschen und völlige Flimmerfreiheit, dank progressivem Signal.

Um die Fähigkeiten des Gerätes weiter unter die Lupe zu nehmen, wurde in den Räumen von Grobi, dem Großbildspezialisten in Kaarst, dann der Test mit echtem HD-Material, sowohl NTSC als auch PAL, gemacht. Die Ergebnisse sind unbeschreiblich beeindruckend. Wir testeten das Gerät zunächst mit Szenen aus Shrek, Gladiator und Matrix, die digital vom amerikanischen Pay-TV Sender HBO als natives HD-Signal auf DVHS aufgezeichnet wurden. Während bei Matrix bereits Unzulänglichkeiten des Filmmaterials in Form von stärkerem Rauschen sichtbar wurden, boten Gladiator und Shrek ein überwältigendes Bild. Besonders letzterer, da hier das Filmmaster umgangen und direkt für HDTV gemastert wurde. Somit konnten wir dann auch entzückt jeden einzelnen Ziegel beim Establishingshot von Lord Farquaads Burg zählen. Brachial gut ist in allen drei Fällen die Schärfentiefe des Materials, die weit über der Auflösung liegt, die selbst gut gemasterte DVDs aufweisen. Selbst progressiv zugefüttertes PAL-Material erschien uns plötzlich unscharf und leicht pixelig, zumindest im direkten Vergleich. Wir wollten natürlich auch wissen, wie natives HD-Material in PAL aussieht und testeten dies mit dem HD-Trailer, der seit einigen Wochen und noch voraussichtlich bis Ende des Jahres über Astra ausgestrahlt wird. Zum decodieren benötigt man einen HD-fähigen Digitalreceiver, den uns Patrick Schappert dann auch gerne mit leicht vor Stolz geschwellter Brust präsentierte. Für diesen Testkanal zeichnen Alfacam aus Belgien verantwortlich, die über diesen Kanal bereits ab 2004 Events in HD ausstrahlen wollen. Momentan muss man sich noch mit einem rund 30 Minuten langen Trailer vorlieb nehmen, der es allerdings schon in sich hat. Egal ob Konzerte oder Sport, das Bild ist einfach so fein gezeichnet, dass man es kaum glauben kann. Besonders Sportübertragungen profitieren von dieser Technik, da endlich der Ball beim Fußball nicht mehr nur ein kleines, pixeliges Objekt ist, sondern klar abgegrenzt über den saftig grünen Rasen huscht.

1.280 x 720 Bildpunkte - das ist die Auflösung, die der Z2 maximal bietet. Selbst von DVD eingespeistes PAL-Material kann nur 768 x 576 Bildpunkte bieten, weshalb der PLV-Z2 gleich eine ganze Reihe von Modi bietet, um das Bild richtig schön groß zu machen. Wer mit 16:9 einspielt, für den ist sicherlich der Vollbildmodus am besten, da die interne Elektronik das Bild in diesem Fall auf die volle Auflösung hochskaliert. Der dafür eingesetzte Videowandler verrichtet seine Aufgabe mit Bravour, wenngleich die Kantenschärfe und auch das Aliasingverhalten natürlich ein wenig hinter echten PAL-Panels in 16:9 zurückbleiben. Schließlich muss in jedem Fall interpoliert werden, was das Bild, selbst mit guten Algorithmen, einfach nicht besser machen kann. Wer es lieber puristisch mag, kann dem Alleskönner auch vorschreiben, das Signal lediglich 1:1 wiederzugeben, dabei bekommt man allerdings rund um das Bild dicke schwarze Balken geschenkt, was auf der Leinwand schon ein wenig dämlich aussieht. Echtes 4:3 Material kann vom Gerät auf die volle Höhe aufgezogen werden, lediglich links und rechts hat man dann noch schwarze Balken, die aber systembedingt auftreten müssen, es sei denn, man will das Bild verzerren. Nicht anamorphes Material, das nur letterboxed (also bereits mit schwarzen Balken oben und unten in 4:3) auf der DVD vorliegt, kann der Z2 aufziehen. Gerade bei mit Halbbildern zugespieltem Material sieht das Ergebnis aber nur mäßig aus, zudem wird die Vorstellung hier von starkem Zeilenflimmern begleitet. Besonders gelungen ist den Entwicklern im fernen Japan der Untertitelmodus, in dem das Bild oben um seinen schwarzen Balken (z.B. bei einem Bildverhältnis von 2,35:1) erleichtert wird, der untere Balken jedoch erhalten bleibt. In diesem legen die Studios nämlich gerne ihre Untertitel ab, was Besitzer von Beamern immer wieder auf die Palme bringt. Stellt man nämlich das Bild auf die volle Breite ein und schneidet somit etwas von den Balken oben und unten ab (diese sind ja "nur" schwarz), landen die Untertitel meist auf der Wand unter der Leinwand. Im besagten Modus wird das Bild allerdings weiter nach oben geschoben und mit ein wenig Justage über das Zoom-Objektiv passt das Bild dann, in größtmöglicher Auflösung, auf die Leinwand.

Mit dem Z2 ist Sanyo ohne Frage ein verdammt anspruchsvolles Gerät gelungen, das viel für sein Geld bietet. Vielleicht sogar zuviel, wie nun mancher Mitberwerber zustimmen dürfte. DVI, HD-Auflösung, ein flüsterleiser Lüfter, eine grandiose Optik mit Lensshift und ein Panel der Extraklasse sind für rund Euro 2.000, die das Gerät bei sämtlichen Händlern effektiv kostet, schon fast unverschämt. Heimkinofans dürfen sich freuen: noch vor rund zwei Jahren war eine solche Qualität im unteren Preissegment für das heimische Kinovergnügen undenkbar. Sanyo lässt mit dem PLV-Z2 die Träume sicherlich vieler Heimkinobesitzer wahr werden: großes Kino für zuhause für kleines Geld, noch gerade rechtzeitig für den dicken Mann im roten Anzug, der zu Weihnachten sicherlich das ein oder andere Gerät unter das Bäumchen legen dürfte. Für die Studios sollte dies ein Ansporn sein, auch in Zukunft hochqualitative DVDs zu schaffen, denn nur eine sauber gemasterte DVD macht auf dem Z2 so richtig Spaß.

Weitere Infos: www.grobi.tv.