Newsletter   RSS-Newsfeed   Wap, I-Mode & PDA   Gewinnspiel  Impressum  Werbung  Online Hilfe  118 Leser online

Home
Startseite
 
DVD
News
Artikel
Reviews
Filmkritiken
DVD Special

Preisvergleich

  
Games
News+Reviews
 
Heimkino
Heimkinos
FAQ & Tipps
  
Community
Newsletter
Gewinnspiel
Flohmarkt
Surflinks
 
Redaktion
Impressum
Werbung
 
   
04.08.2004 - Rubrik: spezial 
Monitor Audio Gold Reference im Test...
  

Alle Jahre wieder... schickt man sich an, die liebgewonnenen Komponenten einer Heimkinoanlage in den wohlverdienten Ruhestand zu entlassen.

Im Frühjahr diesen Jahres traf es fast unser komplettes Testequipment. So verrichten nun ein Marantz SR9300 Receiver und ein Marantz DV8400 Player ihren Dienst im Digital-Movie.de Testkino. Die extrem belastbaren JBL L90 Monitore wurden durch ein komplettes Lautsprecherset der Gold Reference Serie in 7.1 Konfiguration aus dem Hause Monitor Audio ersetzt.

Wo viel neu ist, gibt es viel neues zu berichten und so möchten wir Euch nach und nach nun das neue Equipment vorstellen und dabei mit Lob und Kritik zur Ausstattung nicht sparen.

Bei der Auswahl unseres neuen Systems wollten wir eine natürliche Wiedergabe von Film und Musik, schließlich gibt es ja immer wieder auch hervorragende Konzerte, die möglichst originalgetreu wiedergegeben werden sollen. Wir entschieden uns für die Königsklasse des britischen Herstellers Monitor Audio und wählten die Gold Reference Serie. Wer es etwas kleiner mag, bekommt für weniger Geld auch die etwas kleinere Silver bzw. Bronze Serie. Wer es hingegen stylisch mag, sollte sich die Radius-Reihe anschauen.

Wir entschieden uns für folgende Ausstattung und Aufstellung: für den linken und rechten Frontkanal ist ein Pärchen Gold Reference GR60 zuständig, in der Mitte spielt der GR Center, an den Seiten und hinten sitzt jeweils ein Pärchen GRfx. Für eine kräftige Basswiedergabe wählten wir den größten Sub aus gleichem Hause, den FB 212.

Wer sich für diese Konstellation entscheidet, sollte es vermeiden, alleine und mit einem Kleinwagen bei seinem Händler des Vertrauens verzufahren, denn alleine der Sub schlägt mit gut 45 Kilogramm Lebendgewicht zu Buche. Die Verpackung der Boxen ist vorbildlich, selbst bei nicht ganz ordnungsgemäßem Transport sollte hier nicht wirklich viel schiefgehen. Nach dem Auspacken macht sich erst einmal Ratlosigkeit breit - wohin mit den vielen Kubikmetern an Verpackungsmaterial, schließlich möchte man die guten Stücke im Servicefall ja nicht in irgendeine Decke einwickeln.

Der Aufbau der GR60 gestaltet sich unkompliziert, da Monitor Audio alle Werkzeuge in einem schicken Köfferchen bereits mitliefert. Selbst goldfarbene Spikes samt Unterlegscheiben sind im Set enthalten, was man allerdings bei fast 4.000 Euro Listenpreis wohl auch erwarten darf. Niedlich ist das Tüchlein zur Reinigung der Boxen, das etwas winzig ausgefallen ist. Damit die GR60 eine größere Standfestigkeit erreichen, sind auch schwarze Bodenplatten im Lieferumfang enthalten, die die Stellfläche vergrößern.

Farblich hat man bei den GR60 die Qual der Wahl, unter andrem gibt es edles Schwarz oder aber auch echtes Kirschholz oder Rosemah als Furnier, der Korpus selbst besteht aus 22mm starkem MDF für einen ungetrübten Klang.

Befeuert werden die Boxen auf Wunsch via Triamping, somit benötigt man dann pro Box drei separate Monoblöcke. Wir entschieden uns, zunächst mit einem Verstärker zu starten. Da kam es uns auch recht gelegen, dass die Boxen bereits für diese Anschlußart mit vergoldeten Brücken ausgestattet waren. Die interne Signalführung erfolgt mit Silberkabel, was die Erwartungshaltung zusätzlich erhöht.

Die Front mit schwarzer Bespannung wirkt schlicht und gibt mit ein wenig Fingerspitzengefühl recht schnell den Blick auf die aus Metall gefertigten Membranen frei. Diese gehören als "Rigid Surface Technology", kurz RST, zum Geheimrezept der Briten, die bereits seit 1972 Lautsprecher fertigen. Wer meint, dass Metall hart und aufdringlich klingt, der wird schnell eines Besseren belehrt, doch dazu mehr in unserem Hörtest.

Im Lieferumfang des Centerlautspreches sind Gummifüße enthalten, die für einen besseren Klang sorgen sollen, sofern man den Center auf oder unter dem Fernsehgerät in einem Schränkchen unterbringen möchte.

Für die Aufstellung des bulligen FB212 benötigt man unbedingt fremde Hilfe, denn das satte Gewicht von gut 45 Kilogramm ist schwer zu stemmen und dürfte schwaches Bindegewebe sicherlich schnell zu fantastischen Leistenbrüchen animieren. Vor der Aufstellung des Subwoofers will noch eine Bodenplatte montiert werden, Spikes und Gummifüße sind im Lieferumfang enthalten. Wer seine Nachbarn nicht bei jedem Effekt zur Kurzwahl 110 verleiten will, sollte zunächst zu den Gummifüßen greifen, eine Ecke wuchtiger klingt der FB212 allerdings mit den Metallspikes und zusätzlicher Beschwerung von oben.

Für die Montage der vier Sourrundlautsprecher, die sich durch entsprechende Kabelkonfiguration sowohl als Bi- oder Dipole betreiben lassen, benötigt man etwas mehr Zeit, eine Bohrmaschine, eine Wasserwaage und einen separaten Raum oder einen verständnisvollen Lebenspartner. Immerhin wollen gleich vier, nicht wirklich zu übersehende, runde Böxchen angebracht werden. Alternativ kann man, so wie wir, auch entsprechende Stative verwenden - dann hat man mehr Möglichkeiten, mit dem Klang zu experimentieren. Auf jeden Fall sollten die GRfx nah oder direkt an der Wand aufgestellt werden, dafür sind die Dipole immerhin ausgelegt.

"Bi-, Dipole oder gar normale Lautsprecher?" - diese Frage stellt sich vielen Kinofans, die auch gerne Musik hören möchten. Was "richtig" ist, lässt sich schwer sagen. Wir empfehlen, für Kinowiedergabe Bi- und Dipole in Betracht zu ziehen, da sich mit ihnen ein breiterer Raumklang erreichen lässt. Für Musikliebhaber, die lieber Konzerte als Filme schauen, empfehlen wir, hinten mit GR20 oder GR10 zu arbeiten, da diese einen "direkteren" Klang aufweisen und harmonisch auf die Frontboxen abgestimmt sind.

Wo Gold Reference draufsteht, da darf man einen hervorragenden Klang erwarten und so waren wir zunächst etwas geknickt, als wir den ersten Hörversuch wagten. Zwar waren die GR60 bereit, mit viel Druck aufzuspielen, aber es fehlte ihnen eindeutig an feiner Auflösung im Hochtonbereich. Dieser Eindruck hielt rund drei Wochen an, bis sich dann der Klang langsam änderte und breiter auffächerte. Markus Pajonk vom deutschen Vertrieb konnte unsere Vermutung dann bestätigen. Durch die Verwendung von Metall für die Membranen sind diese im fabrikneuen Zustand extrem hart und kommen nur langsam in Fahrt - rund 100 bis gar 200 Stunden sollte man die Lautsprecher mit RST schon "einfahren", bis man einen homogenen und neutralen Klang erhält. Wer sich die GR-Reihe zum Test mit nach Hause nimmt, sollte also vorher mit seinem Händler sprechen und sichergehen, dass die Boxen bereits die Einspielphase hinter sich haben.

Die GR60 spielen im Vergleich zu vielen anderen Surround-Systemen in einer anderen Liga. Grund dafür ist die konsequente Abstimmung auf Musik, auf die der Hersteller besonders großen Wert legt. Die GR60 sollen sowohl im Stereobetrieb für Musik klingen, als auch in Verbindung mit dem restlichen Set Kino-Actionkracher energiereich wiedergeben. Da Monitor Audio den GR60 gleich zwei 16,5 Tieftöner spendiert hat, erreichen die beiden Frontlautsprecher einen so homogenen und breiten Klang, dass man bisweilen vergisst, den Subwoofer einzuschalten. Dabei klingen die GR60 nicht etwa unangenehm fett, sondern stufen den Bassbereich recht fein ab. Somit sind sowohl harte Kickdrums als auch lange, sinusartige Bässe kein Problem für das Topmodell von Monitor Audio. Für die fein ziselierten Höhen ist der vergoldete C-CAM Hochtöner verantwortlich, der auf den ersten Blick eher unspektakulär erscheint, mit seiner höchsten Frequenz bei rund 30KHz jedoch auch anspruchsvolle Hörer zufrieden stellen wird. Somit eignen sich die GR60 auch hervorragend für neue Formate wie SACD oder auch DVD Audio, die ihre obere Grenze nicht bereits bei 22050 Hertz erreichen. Wer noch etwas mehr Klarheit im Hochtonbereich mag, dem sei gesagt, dass sich das kleine Schutzgitter des C-CAM Tweeters mit einem Streifen Klebefilm abheben lässt - es ist nur magnetisch befestigt. Dann allerdings liegt die hochempfindliche Membran frei - hier ist also Vorsicht geboten. Die Impedanz liegt bei 6 Ohm, die restliche Kette (Center und GRfx) liegt bei stattlichen 8 Ohm.

In Verbindung mit dem SR9300 von Marantz klingen beiden Front-Tower von Monitor Audio sehr präsent, räumlich extrem breit und dennoch klar definiert und aufgeräumt. Es ist erstaunlich, wieviel Raum die GR60 normalen Stereoaufnahmen noch abgewinnen können.

Wer es gern mehrkanalig mag, für den ist natürlich die Qualität des Centers entscheidend, immerhin finden alle wichtigen Gespräche und meist auch der Gesang bei Konzerten auf diesem Lautsprecher statt. Dazu bietet der GRCentre zwei 16,5cm Tief-Mitteltöner und den schon von den GR60 bekannten C-CAM Hochtöner. Da die verwendeten Materialen gleich sind und nur die Ansteuerung der Weiche anders arbeitet, fügt sich der Centerlautsprecher sehr homogen zwischen den beiden Frontlautsprechern ein und verschwindet fast in der Phantommitte.

Von bulliger Natur ist der FB212, der mit 45 Kilogramm Lebendgewicht und seinen wuchtigen Maßen (43 x 57 x 40 cm) optisch nicht unbedingt in jedes Wohnzimmer passt. Das von Monitor Audio für diesen Subwoofer konstruierte Hochleistungs-C-CAM-Chassis strotzt mit soliden 360 Watt Leistung im Dauerbetrieb und 760 Watt bei Spitzenpegeln. Die tiefste Frequenz liegt bei knackigen 22Hz. Damit schafft es der FB212 problemlos, auch kräftigste Action-Sequenzen anspruchsvoll zu vertonen. Verwunderlich ist allerdings, wie unscheinbar sich der Sub integriert, wenn man nur Musik hören möchte. Anstatt auch hier bullig zu "wummern", übt sich der Bolide auf Wunsch auch in Zurückhaltung und fällt dann letztlich nur auf, indem etwas fehlt, sollte man vergessen, ihn einzuschalten. Für anspruchsvolle Setups bietet der FB eine ausgeklügelte Elektronik, mit der Übergabefrequenz, Q-Faktor, und Lautstärke angepasst werden können. Ein Phasenregler von 0 - 180 Grad darf natürlich ebenfalls nicht fehlen. Auf Wunsch lässt sich dieser Signalstrang auch umgehen, so dass der FB das Eingangssignal 1:1 wiedergibt, lediglich der Lautstärkeregler ist in diesem Fall noch aktiv. Etwas problematisch ist die fehlende Fernbedienung, denn aufgrund seines Volumens muss man den Sub von der Hörposition aus einstellen, sonst stimmt keine Einstellung, wenn man sich wieder hinsetzt. Da der FB eine solche, bei einem Listenpreis von rund 2.000 Euro, leider nicht mitbringt, braucht man viel Geduld oder einen guten Freund (leider nicht im gut sortierten Fachhandel erhältlich). Ist das Einmessen erst einmal erfolgt, kann man sich entspannt zurücklehnen. Eine Unanehmlichkeit bringt der FastBass ebenfalls mit: er hat keinen echten Netzschalter, sondern schaltet lediglich die Eletronik stumm, wenn man ihn auf Off schaltet. Wer also seinen Geldbeutel etwas schonen will, sollte regelmäßig den Netzstecker ziehen oder eine (bei wahren Hifi-Freunden natürlich verpönte) schaltbare Steckdosenleiste verwenden. Bei unserem Testgerät trat übrigens mit sicherer Regelmäßigkeit ein leichtes Netzbrummen auf, sobald man die Funktionen für Übergangsfrequenz und Q-Faktor aktivierte. Auch der Austausch des Moduls brachte keinen nennenswerten Erfolg, Monitor Audio versprach uns aber, die Kleinigkeit umgehend in den Griff zu kriegen.

Die GRfx schließlich sind mit fast 10 Kilo nicht gerade leicht, weshalb man bei der Wandmontage etwas Sorgfalt walten lassen muss. Löblich: auch bei den GRfx ist das Installationsmaterial in Form von Schrauben und Dübeln bereits im Lieferumfang enthalten. Wer nicht anschrauben, sondern nur aufstellen will, für den liegen vier kleine selbstklebende Gummifüßchen dabei. Der Frequenzgang der GRfx ist nicht so gut wie der der GR60, aber mit 55Hz bis 22KHz immer noch recht ordentlich, bedenkt man doch, dass die Bässe sowieso von der Front wiedergegeben werden. Durch das Umklemmen von Kabeln auf der Rückseite der GRfx werden aus Dipolen Bipole und umgekehrt. Einen anfälligen Schalter samt Mechanik gibt es nicht. Einziger Wehmutstropfen bezüglich der GRfx: ihr Finish in Kirsche ist auf Hochglanz poliert, das Furnier der Front ist hingegen in mattem Echtholz gehalten. Somit gibt es einen optischen Unterschied zwischen der Front und der Rückseite, der aber zu verschmerzen ist.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Gold Reference Serie von Monitor Audio ein verdammt gut klingendes Set für das Heimkino hervorgebracht hat, das auch in musikalischer Hinsicht alle Ansprüche vollends erfüllen kann. Die Nennbelasbarkeit, die handwerkliche Ausführung und nicht zuletzt der wirklich kristallklare Klang heben Monitor Audio von vielen Mitbewerbern ab. Und weil man bei Monitor Audio Wert auf den Vergleich legt, gibt es die Produkte der Briten nur im ausgewählten Fachhandel - also dort, wo man mit der Suche nach neuen Lautsprechern beginnen sollte. Wem Gold, Silver oder Bronze noch zu groß sind, der möchte sich vielleicht die Radius Serie aus gleichem Hause noch einmal anschauen. Wir sind auf jeden Fall der Meinung, dass das Motto der Briten "Der beste Name für Lautsprecher" gar nicht so weit hergeholt ist.