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13.12.2001 - Rubrik: spezial 
Horror für die PS2: Silent Hill 2
  

... der Terror geht weiter


Als Konami sich vor gut zwei Jahren traute und, wohl wissend um den Konkurrenten Capcom, das recht verstörte "Silent Hill" auf den Markt brachte, entwickelte sich dieser Titel als Geheimtipp unter allen Horror Fans. So setzte das Spektakel zwar aus technischer Sicht keine neuen Maßstäbe, wusste aber, anders als der Survival-Horror von Capcom, vor allem durch die kranke Musik zu beeindrucken.

Dabei fing die Geschichte um den Mann, der nach dem Tod seiner Frau zusammen mit seiner Tochter Urlaub in einer abgelegenen Kleinstadt macht, recht "harmlos" an. Doch der unvorhersehbare Autounfall ist harmlos gegen das, was den Spieler im Anschluß daran erwartet. Bizarre Monster, gepaart mit schockierenden Effekten und düsterer Grafik, nur durch den schwachen Schein einer Lampe erhellt, brachte mich um so manch ruhige Minute und auch meinen Schlaf. Ja, ich war regelrecht froh, als ich "Silent Hill" zu den Akten legen durfte. Die dezente Angst im Dunkeln hingegen hielt noch eine Weile an…



Fragt Euch nicht, warum man sich so etwas antut - entweder man mag nun einmal das Genre und diese Spiele, oder man greift vorsichtshalber eben doch zu etwas seichterer Kost.

Fans aber dürfen aufhorchen. Seit dem 23.11. ist mit "Silent Hill 2" der Nachfolger auf dem Markt. Grund genug für uns, einmal die Redaktions PS2 zu entstauben und nachzusehen, ob der Titel tatsächlich soviel Filmcharakter und Atmosphäre mitbringt, wie allgemein behauptet wird. Ja, Ihr habt richtig gelesen… dies ist der erste offizielle Test eines PS2 Spiels bei Digital-Movie.de!

"Silent Hill 2" ist zeitlich gesehen kein direkter Nachfolger. Das Spiel greift nicht die Situation am Ende von "Silent Hill" auf. Vielmehr handelt es sich um die Situation zwei Jahre nach den Ereignissen in dem kleinen Städtchen.

Die Story beginnt und wir finden und zusammen mit James in einem recht schäbigen öffentlichen Klo wieder. Nach einer recht nett gemachten Sequenz in 3D schaltet das Spiel auf die eigentliche 3D Grafik um, die von der PS2 in Echtzeit berechnet wird. Hier kann man auch seine Enttäuschung nicht ganz verbergen - zu grob ist die Grafik, auch wenn dazugerechnet Nebeleffekte und eine Art Kornrauschen einige Details verschlucken. Hauptsächlich stört das fehlende Antialiasing, so dass diagonal verlaufende Linien automatisch Kanten bekommen. Da sah schon "Tekken Tag Tournament" besser aus. Anscheinend ist dies aber immer noch ein Problem der Sony Hardware - viele andere Spiele weisen ebenfalls diesen unschönen Effekt auf. Doch genug der Nörgelei an der eigentlichen Grafikengine - wenden wir uns dem weiteren Verlauf der Geschichte zu.

 

 





Verläßt man das Urinalräumchen, so findet man sich auf einem Parkplatz oberhalb eines Sees wieder. Schön gemacht ist bereits hier die Kameraführung, die tatsächlich ein wenig nach Hollywood riecht und einige schöne Turns und virtuelle Kranfahrten bereithält. Nachdem man, soviel dürfen wir bereits hier verraten, eine Karte der Umgebung an sich genommen hat, steht die Marschrichtung fest und wir machen uns auf den eigentlichen Weg zu "Silent Hill" - im Moment befinden wir uns nämlich noch irgendwo in der Pampa. Der Weg rund um den See entpuppt sich dann als deftige Nervenprobe. Neben realistischen Soundeffekten setzt starker Bodennebel ein - und etwas ist ebenfalls da! Ständig hört man eindeutig, dass ein schreckliches Wesen in der Nähe sein muss - nur sehen kann man noch nicht einmal die Hand vor Augen. Wenig später landet man auf einem alten Friedhof und trifft auch gleich auf eine nette junge Frau. Klar - wie aus dem echten Leben gegriffen. Auch hier wird zunächst eine vorberechnete Sequenz gezeigt, bevor das Gespräch samt Sprachausgabe dann mit der In-Game Grafik forgesetzt wird. Wo wir gerade bei der Sprache sind… sämtliche Dialoge finden auf Englisch statt. Sämtliche Texte, wie auch die Untertitel, können auch auf Deutsch eingestellt werden. Nach einer eher belanglosen Diskussion und dem Hinweis darauf, dass in der Stadt "etwas nicht stimmt", machen wir uns also weiter auf den Weg und erreichen auch nach wenigen Minuten Fußmarsch endlich die Stadt.

Wie schon im ersten Teil sind die Straßen menschenleer und es nervt der penetrante Nebel, der wie ein Fluch über diesem einst so idyllischen Örtchen hängt. Ein Blick auf die Karte gibt die Marschrichtung vor. Die Geräuschkulisse enthält sich bisweilen der aufregenden Effekthascherei. Ein Zustand, den Konami damit erklärt, dass eben bisweilen Stille die beste Komposition ist. Nach einigen erfolglosen Versuchen diverse Geschäfte zu betreten, erscheint plötzlich ein fremdartiger Schatten im Nebel. Ehe man genau versteht oder registriert, worum es sich bei diesem Schatten handelt, ist er dann auch schon wieder verschwunden. Wir folgen dem Schatten, finden jedoch nur eine Blutspur auf der Straße. Die Stille ist beängstigend. In einer Seitenstraße finden wir zwei Fläschchen mit Medizin, die wir flugs einstecken. Unser Weg führt uns über einen schlammigen Pfad, an dessen Ende eine Art Tunnel zu erkennen ist. Merkwürdiges Schmatzen dringt aus der dunklen Öffnung. Vorsichtig lassen wir James durch die Absperrung klettern. Im blassen Licht erkennen wir am dunstigen Ende eine Gestalt, die sich vorsichtig erhebt… Nach und nach erkennen wir Details: Dort wo sonst Oberkörper und Kopf zu erkennen sind, besteht die Gestalt vor uns nur aus einer ekelig dreckigen Fläche, ganz so, als ob man einen Mensch in einer Art Zwangsjacke eingenäht hätte… Nur handelt es sich nicht um einen Menschen! Der Oberkörper ist über und über mit Blut besudelt. In der Ecke erkennen wir einen Menschen oder besser gesagt, das, was von ihm übrig ist. Instinktiv greift James nach einer Holzlatte - angesichts unserer Situation ohne jegliche Waffen eigentlich recht clever. Ja und dann sind wir auch schon mittendrin im Geschehen! Nachdem wir uns dieser recht schäbig geratenen Kreatur entledigt haben, untersuchen wir noch kurz den Tatort, sammeln alle Gegenstände ein (mehr verraten wir jetzt aber nicht) und machen uns zurück auf dem Weg zur Hauptstraße.


Dabei begutachtet James dann auch zunächst das gefundene Radio - ein Utensil, das waschechte "Silent Hill" Fans noch aus dem ersten Teil kennen dürften. Immer wenn sich ab jetzt eine der, nun in Scharen vorhandenen, Kreaturen unserem Character nähert, fängt das Radio an, ein rauschendes Geräusch von sich zu geben.

Mit unserem Knüppel und dem Radio machen wir uns auf den Weg, die Umgebung und die Straßen weiter zu erkunden. Besonders unangenehm: diese hässlichen Viecher krabbeln sogar unter Autos hervor und werden zu wahren Wadenbeißern, wenn man ihnen nicht schnell genug mit dem Knüppel zeigt, wo der Hammer hängt und was die Uhr geschlagen hat. Wer keine Lust auf Prügelei hat, dem sei geraten, einfach einen möglichst großen Bogen um die Kreaturen zu machen. So spart man nicht nur Zeit, sondern auch wertvolle Energie - so richtig Freude bringt ein einfacher Knüppel halt nicht mit sich.

Wer suchet, der findet, und so werdet Ihr nach einiger Zeit sicherlich auch Euren Weg in ein größeres Gebäude finden, das ähnliche Funktionen hat, wie seinerzeit die Schule. Hier setzt sich James Abenteuer fort - und neue erschreckende Monster warten auf uns… Der Horror hat gerade erst angefangen!

Hier schließen wir unsere Akte zunächst - immerhin sollen alle die, die das Spiel selber spielen, auch noch Überraschungen finden. "Silent Hill 2" versteht es an vielen Stellen, den Betrachter zu schockieren. Ganz so überzeugend wie der Vorgänger wirkt Teil zwei aber nicht. Dies liegt zum einen an dem ähnlichen Verlauf, aber auch an dem nun bekannten Spielprinzip. In Punkto Musik konnte uns der erste Teil ebenfalls ein wenig mehr beeindrucken. "Silent Hill 2" wirkt hier einfach konventioneller und zahmer und nicht mehr so eckig und ungehobelt, wie beim ersten Mal.

Trotzdem dürfte das Spiel vor allen Dingen für Horrorfans interessant sein, die den ersten Teil noch nicht kennen. Doch auch alte Haudegen kommen sicherlich auf den Geschmack - gerade weil die Grafik mit ihren kinoreifen Kamerafahrten viel zur Stimmung beiträgt. Auch die Effekte von James Taschenlampe, die in Echzeit berechnet werden dabei echte (!) Schatten werfen, sehen einfach genial aus. Generell wurde "Silent Hill 2" mit sehr viel Liebe zum Detail texturiert. Der Lagerraum rechts mit der hübschen Rolle Klopapier auf dem Boden ist nur eine von vielen aufwändig gestalteten Locations. Etwas schwerer im Magen liegt allerdings die kantige Grafik, vor allen Dingen das simulierte Filmkorn sorgt bei uns für sehr viel Unruhe, gerade auch beim Spielen über den Beamer.

 









Die Soundkulisse ist weiträumig, den Hang zum Mitträllern weckt die Musik des zweiten Teils jedoch nicht. Dafür erwarten Euch nette Effekte, die tatsächlich räumlich wirken, jedoch kein Vergleich zu Dolby Digital sind. Sonys eigene Technologie, die Konami hier lizenziert hat, wirkt ähnlich wie QSound eben nur, wenn man optimal sitzt und wirkt auch dann keine Wunder. Die Geräusche sind zum Teil beängstigend, einige wurden mehr oder weniger vom ersten Teil übernommen.

Die Sprachausgabe ist gottlob nur in englischer Sprache, wer mag, darf aber das komplette Spiel inklusive Menüs auf deutsch umschalten. Wer sich selbst auf die Probe stellen möchte, Horror mag, Filmfan ist und zufällig auch noch eine PS2 besitzt, der sollte auf jeden Fall mal einen Blick riskieren oder, nach Bestellung via Zettel, bis "unter dem Weihnachtsbaum" warten. Frohnaturen sollten jedoch eher vorsichtig sein. Das Spiel hat seine Altersempfehlung "ab 18 Jahren" nicht ohne Grund erhalten. Gerade die grafische Darstellung ist teilweise schon recht derb und auch die Schockeffekte sind nicht zu vernachlässigen.

Für alle Fans hat Konami die europäische Version inklusive einer Bonus-DVD veröffentlicht, die nicht nur ein ausführliches Making Of mit den Designern und Programmierern zu bieten hat, sondern auch noch satt Trailer und andere Goodies enthält.

"Silent Hill 2" ist packende Horror-Unterhaltung fernab des Mainstreams. Wem die "Resident Evil" Reihe zu "normal" war, der findet hier auf jeden Fall eine der abgedrehtesten Stories des Jahres.