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Rubrik: Bild 
Was ist der 3:2-Pulldown (Telecine)?
von Christian Bartsch
  

Der 3:2 Pulldown bei NTSC und HD

Videosignale sind genau wie Film zeitdiskret. Anders ausgedrückt existiert von dem Zeitausschnitt, der aufgezeichnet wurde, nur noch eine Einzelbildfolge. Diese basiert auf der verwendeten Timebase, die die Bildfrequenz beschreibt und in Fps (Frames per second) angegeben wird. Kino arbeitet mit 24 Fps, PAL-TV (625/50) mit 25 Fps (allerdings ausgestrahlt als 50 Hz - mehr dazu in unserer FAQ zum Zeilensprungverfahren / Interlacing) und NTSC (525/60) mit 29,97 Fps (59,94 Hz). Im kommenden Beispiel lassen wir den feinen Unterschied zwischen 29,97 und 30 Fps (immerhin 0,03 Fps) einfach einmal außen vor. Für Experten sei kurz angemerkt, dass Kinofilm für diesen Vorgang zunächst von 24 Fps auf 23.976 Fps verlangsamt wird. Setzt man 23.976 / 29,97 ins Verhältnis, kann man dies auch als 4 / 5 schreiben, und genau das ist das, was im Folgenden passiert.

Will man Kinofilm auf z.B. eine NTSC-DVD überspielen, müssen aus den 24 Fps der Quelle 30 Fps auf dem Zielmedium erzeugt werden. Dies ist rein theoretisch rechnerisch zwar möglich, nicht jedoch in der Praxis. Denn von der "Realität" existiert auf Film nur eine Foto-Abfolge von 24 aufeinander folgenden Bildern. Aus diesen müssen nun 30 gemacht werden, was aber nicht geradzahlig geht. Daher löst man das Problem auf Field-, nicht auf Frame-Basis. Hierzu empfehlen wir noch einmal unsere FAQ zum Zeilensprungverfahren / Interlacing. Wie jedoch macht man nun aus 24 Bildern 60? Geradzahlig gar nicht (dann wäre man bei 48 oder 72), sondern eben "krumm".

Gemäß dem 3:2 Pulldown (der besser 2:3 Pulldown heißen sollte) kopiert man jeweils ein Filmbild auf zwei und das nächste dann auf drei Video-Halbbilder. Somit gewinnt man alle vier Frames (von der Film-Seite aus gesehen) ein zusätzliches Video-Frame. Somit werden aus 24 Frames Film 60 Fields Video. Betrachtet man zwei Halbbilder letztlich wieder als ein Vollbild, wurden also aus 24 Fps letztlich 30 Fps.

Aber: Durch die nicht gleichmäßige Umverteilung verändert sich die Zeitauflösung des Videos. Im Original entspricht jedes Frame 1/24 Sekunde und da damit auch gedreht wurde, läuft der Film flüssig - sofern man bei 24 Bildern pro Sekunde von flüssig reden möchte. Bei Video mit 3:2 Pulldown jedoch wird die zeitliche Ausgangsbasis verändert. Hätte man aus 24 Bildern 72 Bilder gemacht (womit jedes Filmbild nun 3/72 dauert, was gleich 1/24 ist), so wäre alles in bester Ordnung. Selbst das Flimmern ist bei 72 Hz vertretbar gering. Immerhin zeigt man im Kino jedes Bild "nur" doppelt und somit den Film mit 48 Hz. Bei Video mit 3:2 jedoch wird ein Film-Bild nun für 3/60 Sekunden gezeigt, das andere nur mit 2/60 Sekunden. Somit wird aus einer gleichmäßigen Bewegung eine ungleichmäßige. Egal was gezeigt wird, die Zeitbasis stimmt nicht mehr - Kameraschwenks ruckeln, Texte im Abspann ruckeln.

Dieses Problem haben alle Medien, die mit 30 Fps, respektive 60 Hz arbeiten und Filmmaterial wiedergeben sollen, das mit 24p aufgelöst war. War dies bisher nur bei NTSC ein Problem, so schwappt der 3:2 Pulldown mit HD nun auch in europäische Wohnzimmer. Denn aktuell (Stand 12/2006) werden alle HD-DVDs und Blu-ray Discs, obwohl mit 24p gemastert, vom Abspielgerät auf 60 Hz hochgerechnet.

Die einzige Lösung für den 3:2 Pulldown ist der Inverse Telecine, bei dem immer ein Halbbild der 3:2-Sequenz wieder entfernt wird. Dies geht u.a. mit einigen Scalern.

Sind Sie sicher, dass Sie das Ruckeln immer noch nicht sehen?


Hinweise zur Grafik: Die linke Seite zeigt acht Filmbilder, die rechte Seite 5 Videobilder. Da Video aus Halbbildern besteht, sind diese mit der Bildnummer und den Buchstaben A für das erste Halbbild und B für das zweite Halbbild bezeichnet. Es ist schön zu sehen, wie Filmbild 2 und Filmbild 4 mit drei Halbbildern (Fields) wiedergegeben werden, während Filmbild 1 und 3 mit nur zwei Halbbildern auskommen müssen. Aus vier Filmbildern sind nun fünf Videobilder geworden.

  
  
   

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